Zeitsynchronisation über NTP
Um euch zumindest das Umstellen eurer PC-Uhren zu ersparen, oder falls das schon passiert ist zu helfen, die Uhren genau(er) gehen zu lassen, hier ein “mini Tutorial zu NTP”:
Was ist NTP überhaupt?
NTP steht für Network Time Protocol und ist, wie der Name schon sagt, dazu gedacht Uhrzeiten über das Netz zu übertragen.
Und was bringt mir das?
Es gibt viele sogenannte Zeitserver im Internet, welche mehr oder weniger genau die aktuelle Zeit liefern. Mit diversen Programmen kannst du automatisch beim Booten deine Systemuhr “nachkorrigieren”.
Aber meine Systemuhr geht doch genau?
Spätestens wenn du ein paar Wochen im Urlaub warst und deinen Computer komplett stromlos hattest nicht mehr. In deinem Rechner befindet sich eine Komponente namens RTC (Real Time Clock).
Die ist heutzutage meines Wissens meistens im BIOS integriert. Um die Zeit weiterhin “aktuell” halten zu können wenn der Rechner aus ist, braucht deine RTC eine spezielle Stromversorgung, meistens eine kleine Mignonzelle. Aber auch die gibt nach einiger Zeit den Geist auf und muss irgendwann mal ausgewechselt werden.
Manchmal passiert es auf mysteriöse Weise (vielleicht weil oben gennanter Fall sich ankündigt), dass eben diese RTC etwas ungenau geht. Mit der Zeit kann sich das dann aufsummieren. Erstmal sind es 10 Minuten, dann eine halbe Stunde, dann stellst du die Uhr mal wieder nach, etc…
Unter Linux wird die Zeit übrigens beim Booten ausgelesen, dann während der Laufzeit vom Betriebssystem verwaltet und erst beim Herunterfahren wirder in die RTC geschrieben.
(Das geschieht nicht von Seiten des Kernels, sondern durch ein sog. Startskript, dass das Programm hwclock dazu benutzt diese Zeit auszulesen und wieder zu speichern.)
Und was ist jetzt mit NTP?
Ob eure Distribution das schon standardmäßig nutzt weiß ich nicht. Ich werde mal versuchen es möglichst distributionsunabhängig zu beschreiben. Es gibt erstmal mehrere Clientprogramme, beispielsweise Chrony und ntpdate.
Hier werde ich ntpdate beschreiben, weil ich das momentan selbst nutze. Zu Chrony findet sich einiges auf der offiziellen Seite: http://chrony.sunsite.dk/.
Erstmal sollte man ein Paket mit dem Namen ntpdate oder auch ntp mit dem jeweiligen Paketmanager installieren. Mit diesem Paket sollte auch ein passendes Startskript auf dem Rechner landen.
Von Debian kenne ich es so, dass eine Konfigurationsdatei in /etc/default/ntpdate landet. (An die Profis: Ja, Ja, Ja… ich weiß, da dort auch nur die entsprechenden Umgebungsvariablen gesetzt werden und ntpdate an sich keine Konfigurationsdatei hat.)
Da befindet sich eine Variable “NTPSERVERS”, dort trägt man einen (am besten nahe gelegenen) Timeserver ein. Bei mir wäre das z.B. time.uni-freiburg.de. Wer sowas für sich nicht findet kann beispielsweise time.fu-berlin.de nehmen.
Unter Umständen muss man auch das entsprechende Startskript direkt modifizieren. Dazu sollte eine Suche bei diversen Suchmaschinen nach “ntpdate Distributionsname” sicher die entsprechenden Dateien enttarnen.
Viel Spaß und genaue Uhren.
Verfasser des Artikels: florolf


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