Konfiguration des Bootloaders Grub
Um Linux (oder irgendein anderes Betriebssystem) zu starten braucht es einen sogenannten Bootloader. Auch Windows bringt einen (zugegeben recht unflexiblen) Bootloader mit.
Unter Linux sind vor allem Lilo und Grub beliebt, wobei Grub in letzter Zeit immer mehr verwendet wird, da er allgemein flexibler ist. Das Bootmenü wird bei Grub über die Datei /boot/grub/menu.lst konfiguriert, in /boot/grub/ liegen noch einige andere Dateien, die man aber lieber in Ruhe lassen sollte.
Eine menu.lst kann z.B. so aussehen:
timeout 5
default 0
fallback 1title Linux
root (hd0,0)
kernel /boot/vmlinuz-2.6.7-1-686 root=/dev/hda1 vga=792
initrd /boot/initrd.img-2.6.7-1-686title Oldlin
root(hd0,0)
kernel /boot/vmlinuz-2.4.22-1-386 root=/dev/hda1 vga=792
initrd /boot/initrd.img-2.4.22-1-386
Diese menu.lst teilt Grub mit, dass er (ich werde im folgenden von “der Grub” ausgehen, da Grub für “Grand unified Bootloader” steht, was meines erachtens maskulinum ist :)) ein Menü mit zwei Einträgen darstellen soll, wobei der erste die Standardeinstellung ist und der zweite als “Notfalllösung” genommen wird, nach 5 Sekunden wird automatisch der erste Eintrag gebootet, doch dazu gleich mehr.
Es ist anzumerken, dass Grub Festplatten und Partitionen anders bezeichnet als Linux:
Aus /dev/hda wird (hd0)
/dev/hda1 -> (hd0,0)
/dev/hdc3 -> (hd2,2)
/dev/hdd1 -> (hd3,0)
usw
Doch nun zu der Konfigurationsdatei Zeile für Zeile:
timeout 5 -> das bedeutet, dass der Benutzer 5 Sekunden Zeit hat, einen anderen Eintrag zu wählen oder eine Sonderfunktion von Grub aufzurufen.
default 0 -> als Standardeintrag soll der erste (Grub fängt immer an bei 0 zu zählen) gewählt werden (ist natürlich nur bei mehreren Einträgen sinnvoll)
fallback 1 -> Wenn das Booten des “default”-Eintrags fehlschlägt (beispielsweise weil der Kernel nicht gefunden wurde, Fehler, die “nach” dem Bootloader passieren, wie eine “Kernel panic” werden von Grub nicht behandelt) wird der Zweite verwendet (auch das ist nur bei Mehreren sinnvoll)
color yellow/blue blue/yellow -> bedeutet, dass ein nicht Ausgewählter Eintrag gelbe Schrift auf blauem Hintergrund und ein ausgewählter Eintrag blaue Schrift auf gelbem Hintergrund hat.
Nun beginnt die Konfiguration des ersten Eintrags:
title Linux -> dieser Eintrag wird im Menü als “Linux” angezeigt.
root (hd0,0) -> der Kernel und die restlichen Dateien in diesem Eintrag liegen auf (hd0,0) (->/dev/hda1)
kernel /boot/vmlinuz-2.6.7-1-686 root=/dev/hda1 vga=792 -> als Kernel wird /boot/vmlinuz-2.6.7-1-686 geladen, alles was danach folgt sind Kerneloptionen die nichts für Grub ändern, sondern an den Kernel übergeben werden (root von Grub und root als Kerneloption sind UNABHÄNGIG)
initrd /boot/initrd.img-2.6.7-1-686 -> diese Zeile bezeichnet eine sogenannte “initial Ramdisk”, welche nicht immer benötigt wird und nicht von allen Distributionen verwendet wird. Die genaue Bedeutung würde den Rahmen des Tutorials sprengen.
Danach folgt der zweite Eintrag, welcher nach dem gleichen Muster aufgebaut ist.
Eine Anmerkung zu Color:
Folgende Farben sind für die Vorder- und Hintergrundfarbe erlaubt: black blue green cyan red magenta brown light-gray.
Nur für die Vordergrundfarbe (Schriftfarbe) sind folgende Farben erlaubt: dark-gray light-blue light-green light-cyan light-red light-magenta yellow white
Man kann die Schrift auch blinken lassen, in dem man vor die jeweilige Vordergrundfarbe ein blink- setzt (z.B. blink-yellow). Color ist optional.
In diesem Tutorial konnte nur ein Bruchteil der Dinge erläutert werden, die mit Grub möglich sind. Interessierten sei http://www.gnu.org/software/grub/manual/grub.html empfohlen (Englisch), hier werden alle Funktionen von Grub beschrieben.
Verfasser des Artikels: florolf


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