Turbolister unter Linux
Da sich Turbolister bei mir standhaft geweigert hat mit wine zu funktionieren habe ich mir folgenden Workaround einfallen lassen.
Was brauche ich dazu?
Für diese Anleitung braucht man eine Windows98-CD. Diese ist (wenn man sowas nicht noch irgendwo rumfliegen hat) leicht bei diversen Auktionshäusern zu bekommen.
Installation von qemu
Zuerst muss man qemu installieren. Dazu gibt es unter http://fabrice.bellard.free.fr/qemu/ einen Downloadbereich. Bei vielen Distributionen ist auch schon ein passendes Paket vorgefertigt (z.B. unter (K)Ubuntu als deb-Paket auf den /universe Repositories).
Dazu sind auch folgende Seiten interessant:
http://www.learninglinux.de/tutorials/swlinux.php
http://www.learninglinux.de/tutorials/compilieren.php
Installation von Windows98 auf qemu
Um unter qemu Windows98 zu installieren muss man erst ein Festplattenimage erzeugen (auf welches dann das Windows installiert wird).
qemu-img create -f raw win98.img 3000M
Nun haben wir eine virtuelle Festplatte in Form einer .img-Datei auf die wir nun das Windows98 installieren können. Anschließend legen wir die Windows98-CD in das Laufwerk /dev/cdrom ein und starten die Installation:
qemu -m 256 -localtime -user-net -cdrom /dev/cdrom -hda win98.img -boot d
Die Optionen bedeuten:
-m 256 Arbeitsspeicher auf 256MB festlegen
-localtime Selbe Zeit wie beim Linuxsystem
-user-net Netzerkkarte emulieren (bis Vers. 0.7.2, ab dieser -net nic -net user)
-cdrom /dev/cdrom CD-Laufwerk mit einbinden
-hda win98.img virtuelle Festplatte bekannt geben
-boot d qemu soll von der cdrom booten
Nun wird die Installations-CD gebootet und wir müssen die virtuelle Festplatte win98.img erst noch partitionieren und formatieren. Dazu wird beim ersten Menü der Punkt 2. Von CD-ROM starten ausgewählt und im nächsten Menü ebenfalls der Punkt 2. Computer mit CD-ROM Unterstützung starten ausgewählt. Dann kommen wir zur DOS-Eingabeaufforderung, in der wir
fdisk
eingeben. Dann eine primäre Dos-Partition in der kompletten Größe erstellen und danach fdisk wieder beenden und das qemu-Fenster schließen. Anschließend wird qemu wieder neu gestartet mit
qemu -m 256 -localtime -user-net -cdrom /dev/cdrom -hda win98.img -boot d
Wieder Punkt 2. Von CD-ROM starten und dann nochmal Punkt 2. Computer mit CD-ROM Unterstützung starten auswählen und in der Eingabeaufforderung
d:
cd win98
format c:
eingeben. Mit ja bestätigen und abwarten bis die Formatierung abgeschlossen ist. Wieder ist ein Neustart fällig, aber diesmal gehen wir im 2. Menü auf den Punkt 1. Windows Setup von CD-ROM starten und die Installationsanleitung von Win98 befolgen. Nach erfolgreicher Installation wird das Windows in a Window (im folgenden nenne ich es einfach WiaW) mit dem Befehl
qemu -m 256 -localtime -user-net -hda win98.img -boot c
gestartet. (Bei neueren Versionen Änderungen der Optionen beachten)
Wie installiere ich nun Turbolister unter WiaW?
Ist WiaW gestartet, dann hat man zwei Mauszeiger.
1. Linux-Mauszeiger
2. Windows (WiaW)-Mauszeiger
Um vom Linux-Mauszeiger auf den Windows-Mauszeiger umzuschalten, muss man in das WiaW-Fenster klicken.
Um wieder zurückzuschalten, muss man die Tasten Strg+Alt drücken. Nun noch die Netzwerkverbindung unter WiaW einstellen. Internet-Explorer starten, dann auf Extras -> Internetoptionen -> Verbindungen -> Netzwerk -> Automatische Suche der Einstellungen gehen.
Als erstes müssen die neuesten Versionen von MDAC (im Moment 2.8) und von MS-JET (im Moment 4 SP8) runtergeladen und installiert werden.
Danach kann man den Turbolister runterladen und installieren. Die Vorgehensweise ist wie unter einem normalen Windows.
Beim Erststart von Turbolister wird eine große Datenbank erzeugt, daher kann dieser durchaus einige Stunden dauern.
Wie bekomme ich nun die Bilder, die ich unter Linux habe auf die WiaW-Plattform?
Dazu gibt es das Programm lomount. Unter folgender Adresse:
http://www.dad-answers.com/download/qemu/utilities/
gibt es das Paket “qemu-hd-mounter.tar.gz”.
Installation von lomount
tar zxvf qemu-hd-mounter.tar.gz
cd lomount
make
cp lomount /usr/local/bin
Damit kann man dann die virtuelle Festplatte, welche ja in der Image-Datei win98.img ist, wie ein ganz normales Laufwerk einbinden:
mkdir /mnt/qemu
lomount -diskimage win98.img -partition 1 /mnt/qemu
Natürlich benötigen alle Befehle ab dem cp-Befehl root-Rechte. Ausgehängt wird das wieder mit
umount /mnt/qemu
So, nun wünsche ich viel Spaß mit dem einzigen Programm für das es noch keine Entsprechung unter Linux gibt.
Verfasser des Artikels: Dirk (PTS)


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