USB-Maus installieren
Oftmals gibt es bei der Konfiguration von einer zusätzlichen USB Maus Probleme. Scheitert die Hardwareerkennung, so muß man zwangsläufig die Konfiguration selber vornehmen.
Sind die entsprechenden Kernel-Module geladen, so gestaltet sich das als relativ einfach.
Das brauchen wir:
- einen installierten Editor wie emacs
- für den Fall der Fälle eine Live-Cd
- ein bißchen Mut
Mauserkennung prüfen
Zuerst überprüfen wir ob die USB Maus überhaupt erkannt wird, oder ob wir zusätzliche Kernel-Module nachladen müssen. Dazu öffnen wir eine Shell und geben folgenden Befehl ein:
cat /pfad/zur/maus
Die USB Maus befindet sich normalerweise unter:
/dev/usbmaus
/dev/input/mice
oder
/dev/psaux
Einfach mit dem ersten Pfad anfangen. Während cat ausgeführt wird, die angeschlossens Maus bewegen. Erscheinen komische Zeichen in der Shell, so ist das der richtige Pfad.
Wenn nichts passiert, cat mit strg+c beenden und mit dem nächsten Pfad probieren. Führt kein Pfad zur Maus, so müssen diverse Kernel-Module installiert werden.
Nehmen wir an, dass sich die Maus unter
/dev/usbmaus
befindet.
Konfiguration
Nun müssen wird die Maus noch bei der Konfiguration des Systems berücksichtigen. Maus, Keyboard und Monitor werden in der Konfigurationsdatei des X-Servers eingestellt. Diese befindet sich in
/etc/X11
und lautet Xfree86.conf oder xorg.conf. Um sicher zu gehen erstellen wir vor dem editieren eine Kopie.
su
gibt uns root Rechte und
cp /etc/X11/xorg.conf /home
kopiert die Datei nach /home
Nun editieren wir die xorg.conf im X11 Verzeichnis mit einem beliebigen Editor:
xemacs /etc/X11/xorg.conf
Es müßte sich eine relativ lange Datei öffnen. Wir scrollen tiefer, bis wir zur Sektion: “InputDevices” kommen. Dort findet sich irgendwo für die alte Maus/Touchpad der folgende oder ein ähnlicher Eintrag:
Section “InputDevice”
Driver “mouse”
Identifier “Mouse[1]”
Option “Device” “/dev/input/mouse0″
Option “Name” “SynPS/2 Synaptics TouchPad”
Option “Protocol” “explorerps/2″
Option “Vendor” “Sysp”
Option “ZAxisMapping” “4 5″
EndSection
Das ist der Abschnit, der die alte Maus oder wie hier, das Touchpad konfiguriert. Unterhalb dieser Sektion tragen wir nun folgendes ein:
Section “InputDevice”
Driver “mouse”
Identifier “Mouse[2]”
Option “Device” “/dev/input/mice”
Option “Name” “USBMOUSE”
Option “Protocol” “IMPS/2″
Option “ZAxisMapping” “4 5″
EndSection
Somit konfiguriert man eine zusätzliche Maus mit 3 Tasten und Scroll-Rad als Mouse[2] und dem Pfad /dev/usbmaus. Bitte den richtigen Pfad eintragen und aufpassen, das der Name der Maus eindeutig ist. Also nicht beide Mäuse einfach nur Maus nennen.
Außerdem muss man aufpassen, das jede Sektion mit einem Section “xxxx” anfängt und mit EndSection beendet wird. Oftmals befindet sich das EndSection der ersten Maus tiefer in der config Datei, nach vielen Kommentaren.
Nun müssen wir noch eine weitere Ergänzung an der xorg.conf vornehmen. Wir scrollen tiefer bis zur Section “ServerLayout”. Diese befindet sich fast ganz unten. Dort müssen wir eintragen, als was die neue Maus in das System eingebunden werden soll.
Dies kann
- “CorePointer” = fester Bestandteil des Systems oder
- “SendCoreEvents” = zusätzliches Eingabegerät sein.
Es darf jedoch für Keyboard und Maus jeweils nur ein “Core…” Gerät geben. Daher fügen wir in die Sektion folgende Zeile ein:
InputDevice “Mouse[2]” “SendCoreEvents”
Damit sieht die Sektion ungefähr so aus:
Section “ServerLayout”
Identifier “Layout[all]”
InputDevice “Keyboard[0]” “CoreKeyboard”
InputDevice “Mouse[1]” “CorePointer”
InputDevice “Mouse[2]” “SendCoreEvents”
Screen “Screen[0]”
EndSection
Speichern und Neustart des X-Server
Nun die editierte Datei speichern und den X-Server durch alt+strg+backspace neu starten. Danach findet man sich in der shell wieder. Der Login Manager sollte den X-Server automatisch wieder starten, ansonsten:
startx
Wenn alles richtig eingestellt wurde startet der X-Server ohne Probleme und die Maus funktioniert.
Trouble Shooting
Wenn der X-Server gar nicht mehr starten will, dann endet er mit einer Fehlermeldung. Zumeist wurde dann was falsch eingetragen. Die xorg.conf noch einmal prüfen. Dies geht in der shell natürlich nur noch mit einem Editor wie vi, oder emacs. Geht das alles nicht, dann die editierte xorg.conf löschen und die erstellte Sicherungskopie zurückkopieren.
Crasht der X-Server total, so hat man meistens was mit den “CorePointern” falsch gemacht. Da der Login Manager zumeist den X-Server gleich beim hochfahren startet, bleibt das System hängen bevor man etwas tun kann. Am besten eine Live CD nehmen und von der booten. Die xorg.conf überprüfen und wenn alles nicht geht, die Sicherungskopie zurück nach X11 kopieren.
Mehr Informationen unter: http://www.pc-erfahrung.de/Index.html?linux_usbmaus.html
Verfasser des Artikels: ronnin


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