Knoppix massiv beschleunigen
Voraussetzung:
RAM-Speicher von über 700MB
Wenn man von der Knoppix CD bootet steht unten, wenn erstmals das Knoppixlogo erscheint, der Boot-Promt.
Hier müsste
boot
stehen. Sicherheitshalber kann man
knoppix
eingeben, damit auch sicher Knoppix und kein anderes System bootet.
Wenn man dahinter auch noch
toram
(To RAM), mit Leerzeichen getrennt eingibt, dann wird die gesamte Knoppix CD in den RAM Speicher geladen.
Da dieser sehr viel schneller Daten verwaltet als ein CD Laufwerk und wärend des Knoppixbetriebes keine Daten von CD nachgeladen werden müssen, hat man so ein massiv beschleunigtes Knoppix System.
Wahrscheinlich ist es schneller als ein installiertes System. Der Bootvorgang selbst dauert natürlich etwas länger.
Verfasser des Artikels: Kuhn Markus
At - Erinnerung in der Konsole
Da hat man sich nun einmal ins Forum vertieft und nach 20 Minuten stellt man fest, dass die Pizza im Ofen verbrannt ist…
Mit dem Programm “at” kann das nicht mehr passieren, und man kann noch einige andere Sachen damit anstellen. At ist, wie der Name schon andeutet, ein Programm, mit dem man einen odere mehrere Befehle zu einem gegebenen Zeitpunkt ausführen kann.
At akzeptiert verschiedene Zeitpunktangaben als Optionen, beispielsweise “at teatime” (das ist eigentlich ein Gag, es steht für 4 Uhr Nachmittags) oder “at 15:30″.
Man kann auch relative Zeitangaben übergeben (das ist wunderbar für die Pizza) z.B. “at +15 minutes” (das + bedeutet so und soviel Minuten/Stunden/etc. nach dem aktuellen Zeitpunkt).
Nach der Eingabe von beispielsweise “at now + 15 minutes” in der Konsole erhält man eine Ausgabe in der Art:
warning: commands will be executed using /bin/sh
at>
Hier kann man nun beliebige Befehle eingeben, beispielsweise “beep” um einen Piepston zu erzeugen, der z.B. signalisiert, dass die Pizza fertig ist.
Die Eingabe schließt man mit Strg+D ab und schließt das Konsolenfenster. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Manpage (man at) oder Fragen sie im Forum. :)
Verfasser des Artikels: florolf
Einbinden von Windowspartitionen
Es ist ja häufig so, dass Linux als 2. System neben Windows auf dem heimischen PC installiert ist. In diesem Fall möchte man ja auch ganz gerne einmal auf die Daten, die in der Windowspartition gespeichert sind, zugreifen. Dies ist von Linux aus sehr einfach möglich. Linux kannn nämlich, im Gegensatz zu Windows, auf fast alle Dateisysteme zugreifen.
Linux ist es vollkommen egal auf welcher Festplatte oder in welcher Partition Daten liegen. Wichtig ist nur, dass die Partition korrekt im Dateibaum eingehangen “gemountet” wird. Zu diesem Zweck müssen wir Linux mitteilen an welcher Stelle im Dateibaum wir die Partition mounten wollen. Für die nachfolgend beschriebenen Schritte muss man als Root angemeldet sein. Um diesen Mountpunkt zu erstellen geben wir folgenden Befehl ein:
mkdir /WindowsC
Dieser Befehl erstellt im Rootverzeichnis (/) das Verzeichnis WindowC, dies ist dann der Mountpunkt.
Um nun auf die Daten zugreifen zu können die nun auf dem Windowslaufwerk “c:” liegen, gibt man den folgenden Befehl ein:
mount -t vfat /dev/hda1 /WindowsC
Dabei steht “vfat” für das FAT32 Dateisystem welches auf der 1. Festplatte (hda) in der 1. primären Partition (hda1) zu finden ist. Dies muss natürlich je nachdem wo die Windowspartition liegt angepasst werden. Danach folgt die Angabe wohin das Laufwerk gemountet werden soll. In unserem Fall haben wir den Mountpunkt “WindowsC” genannt. Man kann ihn natürlich nennen wie man will.
So hat man natürlich die Partition nur so lange eingebunden bis man sie unmountet mit:
umount /dev/hda1
oder
umount /WindowsC
Will man die Partition beim Hochfahren des Rechners grundsätzlich mounten, muss mann dies in die Datei fstab eintragen. Dazu muss man auch als Root angemeldet sein. Am einfachsten für Einsteiger ist es, sich als Root an einer grafischen Oberfläche anzumelden.
Um die Datei zu ändern öffnet man mit einem Editor seiner Wahl (z.B. Kate oder Kwrite) die Datei
/etc/fstab
und trägt folgende Zeile dort ein:
/dev/hda1 /WindowsC vfat user 0 0
Jetzt wird die Partition bei jedem Start dauerhaft automatisch gemountet. Damit aber auch alle “normalen” User auch auf dieses Laufwerk zugreifen können müssen noch die Rechte geändert werden. Das macht man mit dem folgenden Befehl:
chmod 777 /WindowsC
Damit haben dann alle User Vollzugriff.
Dies alles gilt für FAT32 Dateisysteme. Hat man aber ein XP auf der Platte mit einem NTFS Dateisystem ist das ganze nicht so unproblematisch. Voraussetzung ist, dass der installierte Kernel den NTFS-Zugriff bereits unterstützt. Auf NTFS Dateisysteme kann Linux sicher nur lesend zugreifen. Der Schreibzugriff wird von allen Distributionen als experimentel bezeichnet. Daher ist es ratsam die NTFS Partition nur lesend zu mounten. Der Eintrag in der fstab sieht dann so aus:
/dev/hda1 /WindowsC ntfs ro,noauto 0 0
Verfasser des Artikels: Schmiddi
Zeitsynchronisation über NTP
Um euch zumindest das Umstellen eurer PC-Uhren zu ersparen, oder falls das schon passiert ist zu helfen, die Uhren genau(er) gehen zu lassen, hier ein “mini Tutorial zu NTP”:
Was ist NTP überhaupt?
NTP steht für Network Time Protocol und ist, wie der Name schon sagt, dazu gedacht Uhrzeiten über das Netz zu übertragen.
Und was bringt mir das?
Es gibt viele sogenannte Zeitserver im Internet, welche mehr oder weniger genau die aktuelle Zeit liefern. Mit diversen Programmen kannst du automatisch beim Booten deine Systemuhr “nachkorrigieren”.
Aber meine Systemuhr geht doch genau?
Spätestens wenn du ein paar Wochen im Urlaub warst und deinen Computer komplett stromlos hattest nicht mehr. In deinem Rechner befindet sich eine Komponente namens RTC (Real Time Clock).
Die ist heutzutage meines Wissens meistens im BIOS integriert. Um die Zeit weiterhin “aktuell” halten zu können wenn der Rechner aus ist, braucht deine RTC eine spezielle Stromversorgung, meistens eine kleine Mignonzelle. Aber auch die gibt nach einiger Zeit den Geist auf und muss irgendwann mal ausgewechselt werden.
Manchmal passiert es auf mysteriöse Weise (vielleicht weil oben gennanter Fall sich ankündigt), dass eben diese RTC etwas ungenau geht. Mit der Zeit kann sich das dann aufsummieren. Erstmal sind es 10 Minuten, dann eine halbe Stunde, dann stellst du die Uhr mal wieder nach, etc…
Unter Linux wird die Zeit übrigens beim Booten ausgelesen, dann während der Laufzeit vom Betriebssystem verwaltet und erst beim Herunterfahren wirder in die RTC geschrieben.
(Das geschieht nicht von Seiten des Kernels, sondern durch ein sog. Startskript, dass das Programm hwclock dazu benutzt diese Zeit auszulesen und wieder zu speichern.)
Und was ist jetzt mit NTP?
Ob eure Distribution das schon standardmäßig nutzt weiß ich nicht. Ich werde mal versuchen es möglichst distributionsunabhängig zu beschreiben. Es gibt erstmal mehrere Clientprogramme, beispielsweise Chrony und ntpdate.
Hier werde ich ntpdate beschreiben, weil ich das momentan selbst nutze. Zu Chrony findet sich einiges auf der offiziellen Seite: http://chrony.sunsite.dk/.
Erstmal sollte man ein Paket mit dem Namen ntpdate oder auch ntp mit dem jeweiligen Paketmanager installieren. Mit diesem Paket sollte auch ein passendes Startskript auf dem Rechner landen.
Von Debian kenne ich es so, dass eine Konfigurationsdatei in /etc/default/ntpdate landet. (An die Profis: Ja, Ja, Ja… ich weiß, da dort auch nur die entsprechenden Umgebungsvariablen gesetzt werden und ntpdate an sich keine Konfigurationsdatei hat.)
Da befindet sich eine Variable “NTPSERVERS”, dort trägt man einen (am besten nahe gelegenen) Timeserver ein. Bei mir wäre das z.B. time.uni-freiburg.de. Wer sowas für sich nicht findet kann beispielsweise time.fu-berlin.de nehmen.
Unter Umständen muss man auch das entsprechende Startskript direkt modifizieren. Dazu sollte eine Suche bei diversen Suchmaschinen nach “ntpdate Distributionsname” sicher die entsprechenden Dateien enttarnen.
Viel Spaß und genaue Uhren.
Verfasser des Artikels: florolf
Konfiguration des Bootloaders Grub
Um Linux (oder irgendein anderes Betriebssystem) zu starten braucht es einen sogenannten Bootloader. Auch Windows bringt einen (zugegeben recht unflexiblen) Bootloader mit.
Unter Linux sind vor allem Lilo und Grub beliebt, wobei Grub in letzter Zeit immer mehr verwendet wird, da er allgemein flexibler ist. Das Bootmenü wird bei Grub über die Datei /boot/grub/menu.lst konfiguriert, in /boot/grub/ liegen noch einige andere Dateien, die man aber lieber in Ruhe lassen sollte.
Eine menu.lst kann z.B. so aussehen:
timeout 5
default 0
fallback 1title Linux
root (hd0,0)
kernel /boot/vmlinuz-2.6.7-1-686 root=/dev/hda1 vga=792
initrd /boot/initrd.img-2.6.7-1-686title Oldlin
root(hd0,0)
kernel /boot/vmlinuz-2.4.22-1-386 root=/dev/hda1 vga=792
initrd /boot/initrd.img-2.4.22-1-386
Diese menu.lst teilt Grub mit, dass er (ich werde im folgenden von “der Grub” ausgehen, da Grub für “Grand unified Bootloader” steht, was meines erachtens maskulinum ist :)) ein Menü mit zwei Einträgen darstellen soll, wobei der erste die Standardeinstellung ist und der zweite als “Notfalllösung” genommen wird, nach 5 Sekunden wird automatisch der erste Eintrag gebootet, doch dazu gleich mehr.
Es ist anzumerken, dass Grub Festplatten und Partitionen anders bezeichnet als Linux:
Aus /dev/hda wird (hd0)
/dev/hda1 -> (hd0,0)
/dev/hdc3 -> (hd2,2)
/dev/hdd1 -> (hd3,0)
usw
Doch nun zu der Konfigurationsdatei Zeile für Zeile:
timeout 5 -> das bedeutet, dass der Benutzer 5 Sekunden Zeit hat, einen anderen Eintrag zu wählen oder eine Sonderfunktion von Grub aufzurufen.
default 0 -> als Standardeintrag soll der erste (Grub fängt immer an bei 0 zu zählen) gewählt werden (ist natürlich nur bei mehreren Einträgen sinnvoll)
fallback 1 -> Wenn das Booten des “default”-Eintrags fehlschlägt (beispielsweise weil der Kernel nicht gefunden wurde, Fehler, die “nach” dem Bootloader passieren, wie eine “Kernel panic” werden von Grub nicht behandelt) wird der Zweite verwendet (auch das ist nur bei Mehreren sinnvoll)
color yellow/blue blue/yellow -> bedeutet, dass ein nicht Ausgewählter Eintrag gelbe Schrift auf blauem Hintergrund und ein ausgewählter Eintrag blaue Schrift auf gelbem Hintergrund hat.
Nun beginnt die Konfiguration des ersten Eintrags:
title Linux -> dieser Eintrag wird im Menü als “Linux” angezeigt.
root (hd0,0) -> der Kernel und die restlichen Dateien in diesem Eintrag liegen auf (hd0,0) (->/dev/hda1)
kernel /boot/vmlinuz-2.6.7-1-686 root=/dev/hda1 vga=792 -> als Kernel wird /boot/vmlinuz-2.6.7-1-686 geladen, alles was danach folgt sind Kerneloptionen die nichts für Grub ändern, sondern an den Kernel übergeben werden (root von Grub und root als Kerneloption sind UNABHÄNGIG)
initrd /boot/initrd.img-2.6.7-1-686 -> diese Zeile bezeichnet eine sogenannte “initial Ramdisk”, welche nicht immer benötigt wird und nicht von allen Distributionen verwendet wird. Die genaue Bedeutung würde den Rahmen des Tutorials sprengen.
Danach folgt der zweite Eintrag, welcher nach dem gleichen Muster aufgebaut ist.
Eine Anmerkung zu Color:
Folgende Farben sind für die Vorder- und Hintergrundfarbe erlaubt: black blue green cyan red magenta brown light-gray.
Nur für die Vordergrundfarbe (Schriftfarbe) sind folgende Farben erlaubt: dark-gray light-blue light-green light-cyan light-red light-magenta yellow white
Man kann die Schrift auch blinken lassen, in dem man vor die jeweilige Vordergrundfarbe ein blink- setzt (z.B. blink-yellow). Color ist optional.
In diesem Tutorial konnte nur ein Bruchteil der Dinge erläutert werden, die mit Grub möglich sind. Interessierten sei http://www.gnu.org/software/grub/manual/grub.html empfohlen (Englisch), hier werden alle Funktionen von Grub beschrieben.
Verfasser des Artikels: florolf
Packen und entpacken in der Konsole
Die einfachere Lösung zum entpacken und packen von Dateien ist für Linuxanfänger wahrscheinlich das Programm Ark. Jedoch ist manchmal, vor allem wenn es schnell gehn, soll die Kommandozeile die bessere Lösung. Im nachfolgenden Tutorial wird die Verwendung der Programme tar, gzip und bzip2 näher erklärt.
Extrahieren - Schnellübersicht
Hier zunächst einmal ein Überblick wie man Dateien mit unterschiedlichen Endungen direkt extrahiert. Im Verlauf der Anleitung wird dies jedoch noch ausführlicher behandelt.
beispiel.tar entpackt man so:
tar xvf beispiel.tar
beispiel.tar.gz entpackt man so:
tar xvfz beispiel.tar.gz
beispiel.tar.bz2
entpackt man so:
tar xvfj beispiel.tar.bz2
Verzeichnis/ Dateien erstellen
Um ein Archiv zu erstellen müssen wir erstmal ein Beispielverzeichniss anlegen
mkdir mappe
in dieses Verzeichnis wechseln
cd mappe
und 3 Dateien erstellen.
touch datei1 datei2 datei3
Archivierung und Extrahierung mit tar
Beim archivieren müßt ihr darauf achten, dass ihr euch nicht im Verzeichnis befindet das ihr archivieren wollt, da es sonst zu Fehlermeldungen kommt. Also gegebenenfalls mit cd in der Verzeichnisstruktur um eine Stufe nach oben wechseln.
archivieren:
tar cvf mappe.tar mappe
extrahieren:
tar xvf mappe.tar
nur ausgewählte Dateien archivieren:
tar cvwf mappe.tar mappe
nur ausgewählte Dateien extrahieren:
tar xvwf mappe.tar
Mit tar sind zwar nun die Verzeichnisse und Dateien archiviert, nur haben wir damit noch keinen Speicherplatz gespart.
Für diesen Zweck gibt es zusätzlich zu tar die Kompressionsverfahren gzip und bzip2. Das gebräuchlichere von beiden Kompressionsverfahren ist gzip. Aber auch bzip2 wird auch immer öfter zur Komprimierung verwendet, da sich damit höhere Kompressionsstufen erreichen lassen.
Kompression und Extrahierung mit gzip
komprimieren:
gzip -9 mappe.tar
extrahieren:
gzip -d mappe.tar.gz
Kompression und Extrahierung mit bzip2
komprimieren:
bzip2 -9 mappe.tar
extrahieren:
bzip2 -d mappe.tar.bz2
Linux Partitionieren
Es gibt bei der Installation eines Linuxsystems nur wenige Themen die noch mehr diskutiert werden, wie die Frage “wie partitioniere ich meine Festplatte richtig”.
Letztendlich ist aber wie so vieles bei Linux, die Frage des eigenen Geschmacks. Man sollte zwar einige grundlegende Dinge berücksichtigen, damit man für sich selber zu einem sinnvollen Ergebnis kommt, aber das ist auch schon alles an Beschränkung. Daher soll die nachfolgende Beschreibung eher ein Denkanstoß sein wie man es machen könnte, aber nicht machen muss.
Die Aufteilung einer Festplatte hängt natürlich auch sehr stark davon ab, wie groß sie ist. Daher sind die Größenangaben hier nicht bindend. Wenn jemand eine etwas kleinere Festplatte hat, muss er halt mit dem Platz sparsamer umgehen.
swap
Die Swap-Partition sollte möglichst doppelt so groß sein wie der Hauptspeicher, das ist so der Richtwert. Wenn man eine kleine Platte hat kann man die Partition auch kleiner machen. Linux nutzt diesen Platz zum auslagern von Daten wenn der RAM (Arbeitsspeicher) nicht mehr ausreicht. Daher sollte er an den Anfang der Platte gelegt werden, da dort die Zugriffszeiten am schnellsten sind. Aber Achtung, der Swapbereich ist kein Ersatz für den Hauptspeicher, da die Festplatte um ein vielfaches langsamer ist.
/boot 50MB ext2
Es ist heute nicht mehr unbedingt notwendig eine eigene Bootpartition zu erstellen. Aber es hat immer noch den Vorteil, dass man dort ein robustes Filesystem wie ext2 verwenden kann. Ext2 ist zwar nicht so performant wie die neueren Journaling Filesysteme wie ext3; ReiserFS; xsf usw. und hat auch keine Journaling-Funktion, aber das ist für die Bootpartition auch nicht notwendig. Es muss halt an dieser Stelle am besten unverwüstlich sein.
/ 10GB ReiserFS oder ext3
In der Rootpartiiton wird das eigentliche Linuxsystem gespeichert. Das ist die Partition die bei einem Update oder Neuinstallation auf jeden Fall neu geschrieben wird. Die Größe ist auch hier wiederum abhängig vom Platz den man insgesamt zur Verfügung hat.
/usr/local 15GB ReiserFS oder ext3
Hier werden häufig die Programme gespeichert die vom User installiert werden. Wenn man dieses Verzeichnis auf eine extra Partition packt, hat man den Vorteil, dass bei einer Neuinstallation die dort liegenden Programme nicht verliert. Das ist sehr angenehm, da man im laufe der Zeit doch recht viele Programme installiert und nicht jedesmal tagelang alles wieder nachinstallieren will.
/home 15 GB ReiserFS oder ext3
Die Größe von Home richtet sich ganz nach der Anzahl der User die auf dem PC arbeiten. Da hier alle “persönlichen” Daten der User abgespeichert werden.
Dies ist nur ein Vorschlag wie man sich die Platte für eine Linuxinstallation einteilen kann. Wie gesagt, es variiert je nach Speicherplatz oder Einsatzzweck des PCs.
Verfasser des Artikels: Schmiddi
Kernel kompilieren
Früher oder später trifft es jeden mal, und viele fürchten sich (grundlos) davor selbst einen Kernel zu übersetzen.
Aber eigentlich ist es gar nicht so schwer, man braucht nur ein paar Dinge:
- einen Compiler, für die meisten wird das der gcc sein
- die Kernelquellen (dazu kommen wir gleich)
- etwas Wissen über seine Hardware (wie man da dran kommt, wird weiter unten beschrieben)
- einen freien Nachmittag ;)
1. Den Quellcode des Kernels besorgen
Erst einmal sollte man sich entscheiden, ob man einen von seiner Distribution angepassten, oder einen sog. Vanilla (also einen “offiziellen”, unmodifizierten) Kernel will.
Normalerweise will man letzteres und da dieses Tutorial möglichst distributionsunabhängig sein soll, werde ich auch davon ausgehen. (allerdings unterscheidet sich das Vorgehen im anderen Fall kaum von diesem)
Die nächste Entscheidung liegt darin, dass man zwischen den zwei (momentan aktiv entwickelten) “Hauptkernelversionen” 2.4 und 2.6 wählen muss. Für den Heimgebrauch sollte man auf einen 2.6er Kernel setzen, da dieser aktuelle Hardware besser unterstützt.
Von den Kernelentwicklern selbst wird allerdings von einer Verwendung eines 2.6er Kernels auf Produktivsystemen abgeraten. Allerdings halte ich diese Bedenken größtenteils für überflüssig.
Auf die Besonderheiten beim Übersetzen eines Kernels aus der 2.4er Sparte werde ich dann hinweisen.
Nun brauchen wir aber erst einmal die Kernelsourcen. Auf www.kernel.org finden sich die Aktuellen (momentan wäre das 2.6.11.11).
Der Link zum Tarball ist unter dem “F” (für “full source”) versteckt. Nachdem man diesen heruntergeladen hat (so etwa 30 Mb), kann man ihn entpacken:
tar -xvjf dateiname
Normalerweise gehört das in
/usr/src/linux/
aber es geht auch problemlos irgendwo im Homeverzeichnis.
Falls man irgendwelche Kernelpatches anwenden möchte (das ist oft der Grund für das ganze Unternehmen), möge man das nach dem “Readme” oder dem “Install”-File des Patches entsprechend tun. Sollte dieses nicht vorhanden sein, so darf man den entsprechenden Maintainer zur Strafe in Sendmail-Sourcen von anno 98 tunken.
2. Informationen über die Hardware herausfinden
Wer die Id seines Prozessors auswendig rückwärts aufsagen kann, darf diesen Abschnitt überspringen.
Um einen Kernel dazu zu bewegen auf einem System ordnungsgemäß zu laufen, muss man bei der Konfiguration angeben, was er können soll. Man könnte natürlich einfach alle Optionen aktivieren, aber dadurch wird der Kernel groß und fett, das will man, wenn man einen Kernel nur für sich baut, normalerweise nicht.
Um herauszufinden, was genau im Rechner drin steckt, kann man beispielsweise auf folgende Informationsquellen zurückgreifen (es gibt sicher noch andere, wer noch was hilfreiches kennt, melde sich bitte im Forum):
- lspci (um alles zu finden, was so am PCI-Bus hängt, das dürfte heutzutage der Großteil der Steckkarten sein)
- /proc/cpuinfo (alles, was man über seinen Prozessor gar nicht wissen wollte)
- Dinge wie Schraubenzieher etc. um Notfalls im Rechner nachschauen zu können
3. Den Kernel konfigurieren
Das wird eigentlich als der schwierigste Schritt angesehen, aber mit Hilfe der “Help”-Funktion und den oben gesammelten Informationen sollte es nicht so schwer fallen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten den Kernel zu konfigurieren (damit meine ich mehrere Oberflächen).
- oldconfig, unschön, fragt jede einzelne Option hintereinander ab, braucht aber keine besonderen Libraries
- menuconfig, eigentlich die beste Lösung, man bekommt ein schönes Menü auf curses-Basis (diese Library wird dann aber auch benötigt)
- xconfig(qt) und gconfig(gtk), man bekommt ein grafisches Menü, dafür braucht man aber den entsprechenden Rattenschwanz an Abhängigkeiten
Wenn man sich also entschieden hat begibt man sich mit
make [hier bitte die entsprechende config-variante ohne die Klammern einsetzen]
in das Konfigurationsmenü.
Es gibt (fast) immer 3 Möglichkeiten mit einer Option umzugehen:
- gar nicht reinbauen
- fest reinbauen
- als nachladbares Modul bauen
Es würde den Rahmen dieses Tutorials sprengen die rund 2000 Einzeloptionen Schritt für Schritt durchzugehen, daher nur ein paar wichtige Hinweise:
- “Generic PCI IDE Chipset Support” vergisst sich leicht, aber ohne das fest im Kernel wird Linux auf den meisten Desktopsystemen das Booten mit einer Kernel Panic abbrechen.
- Das Dateisystem, das man nutzt sollte auch fest im Kernel eingebaut sein.
- Wenn man sich nicht sicher ist: Entweder die Standardeinstellung belassen oder in der entsprechenden Beschreibung zu dem Eintrag nachsehen.
4. Den Kernel kompilieren
Dieser Vorgang an sich ist eigentlich harmlos.
Bei einem 2.6er Kernel reicht ein schlichtes:
make all
Bei einem Kernel aus der 2.4er Schiene ist es etwas mehr:
make depend modules bzImage
Nun sollte man sich je nach Geschwindigkeit des Rechners wahlweise mit einem Buch über Shellscripting zurückziehen oder eine Runde Windowsbashing in den Heise-Foren betreiben.
Wenn alles gut geht hat man nun einen frisch gebackenen Linuxkernel auf seiner Platte.
5. Den Kernel installieren
Erstmal vorweg:
make install
ist *böse*, das will man nicht nutzen, weil es einem zu viel rumpfuscht.
Der erste Schritt besteht darin, das Kernelimage an einen geeigneten Ort zu verlegen, dazu sollte man root sein.
Normalerweise liegt es in
arch/i386/boot/bzImage
unter dem Verzeichnis in das man die Kernelsorucen entpackt hat. Ablegen sollte man es mit einem sinnvollen Namen (sowas wie bzImage-kernelversion) in /boot. Dann sollte man noch die Kernelmodule installieren (wenn man überhaupt welche gebaut hat) indem man folgendes (wieder im Verzeichniss mit den Kernelquellen!) ausführt:
make modules_install
Schließlich muß man noch seinen Bootloader entsprechend konfigurieren. Zu Grub findet sich hier ein kleiner Artikel, zu Lilo (noch) nicht. Allerdings finden sich in den unendlichen Weiten des Internets genug Informationen dazu…
Es ist zu beachten, dass man den alten Kernel weiterhin zugänglich lässt, um im Notfall trotzdem noch in sein System kommen zu können.
6. Ausprobieren
Wenn man nochmal alles überprüft hat, kann man endlich den neuen Kernel ausprobieren. Wenn alles bootet und nacher auch funktioniert:
Gratulation, du hast die Feuertaufe mit Bravur bestanden :)
Anderenfalls ist es auch nicht schlimm. Wenn man sich an obigen Hinweis gehalten hat, kann man nachdem man das LED-Blink-Konzert einer Kernelpanic genossen hat in das alte System rebooten und es nochmal versuchen.
Wem haarsträubende Fehler auffallen möge bitte im entsprechenden Forum einen Hinweis hinterlassen.
Verfasser des Artikels: florolf

