Software-Installation unter Linux

August 5, 2008 by  
Kategorie Software

Die Installation von Software unter Linux unterscheidet sich sehr von der wie man es unter Windows gewohnt ist. Bei Windows hat man immer einen Installer durch den man sich durchklicken kann. Alles ist vorkonfiguriert und als Anwender muss man so gut wie gar nicht eingreifen.

Anders bei Linux, hier unterscheiden sich die Programme wie sie installiert werden. Manche bringen einen Installer mit, manche müssen erst compiliert werden und Andere installieren sich als Paket wie von selbst.

Dieses Tutorial kann nicht sämtliche Installationsarten detailliert beschreiben. Vielmehr soll das Tutorial zeigen, wie man an die Installation einer Software unter Linux rangeht.

1. Allgemeines

Vor jeder Installation ist es sehr wichtig nachzuschauen ob in irgeneiner Form eine Hilfe-Datei vorhanden ist. In den meisten Fällen ist eine Datei mit dem Namen “readme” vorhanden. Dies kann eine ganz normale Textdatei sein oder auch eine HTML-Datei. Manchmal findet man auch eine Datei “install.txt” oder “install.html”. Dahinter verbergen sich dann meistens auch Hinweise für die Installation. Diese Dateien sind häufig nicht auf den ersten Blick zu finden. Je nachdem in welcher Form die Software vorliegt, findet man sie manchmal erst dann wenn man Archive ausgepackt hat. Oder sie liegen im gleichen Downloadverzeichnis wie das Programm selber.

Wenn solche Dateien da sind, bitte auch lesen, man erspart sich damit häufig herbe Fehlschläge.

2. Verschiedene “Softwareformate”

Es gibt unter Linux die unterschiedlichsten Arten, wie Software vorliegen kann. Es gibt fertige Pakete, die alles nötige zur Installation enthalten (RPM o. DEB) und es gibt Dateien (TAR-Archive), die den gesamten Programmcode enhalten und evtl. auch noch Installationsscripte.

Als Einsteiger sollte man zuerst versuchen neue Software als Paket zu bekommen, dies hat Vorteile.

  • Die einzelnen Distributionen haben so ziemlich alle einen grafischen Paketmanager dabei, mit dem die Installation sehr einfach durchgeführt werden kann.
  • Die Pakete selber sind genau auf die jeweilige Distribution abgestimmt und enhalten alle nötigen Komponenten.
  • Die installierten Programme werden in eine Datenbank eingetragen und können somit sehr leicht wieder deinstalliert werden oder es kann ein Update gemacht werden.

Wenn keine Programmpakete zu bekommen sind muss man natürlich auf andere “Formate” ausweichen. Meistens sind das dann TAR-Archive, die die Programme enhalten.

2.1 RPM-Pakete

RPM ist ein Format welches von Red Hat entwickelt wurde, daher auch der Name “Red Hat Package Manager”. Trotzdem ist es Heute das am häufigsten verwendete Paketformat und wird von Suse, Mandrake und vielen weiteren Distributionen verwendet. Man sollte jedoch darauf achten, dass man immer nur die RPM Pakete verwendet, die speziell für die eigene Distribution vorgesehen sind. Natürlich lassen sich häufig auch RPM-Pakete für Fedora auch auf einer Suse installieren, ob die Software dann auch problemlos läuft ist eine andere Sache.

Die Installation eines RPM-Paketes ist denkbar einfach. Man öffnet die RPM-Dateien mit dem Paketmanager seiner Wahl (z.B: Yast oder KPackage) und klickt auf installieren. Man wird dann noch nach dem Rootpasswort gefragt und das wars dann auch schon.

RPM-Pakete kann man auch mit Hilfe der Kommandozeile instalieren. Es ist im Prinzip genauso einfach. Man öffnet ein Terminalfenster und gibt

su

gefolgt vom Passwort ein um Rootrechte zu bekommen. Dann wechselt man in das Verzeichnis indem das RPM-Paket liegt. Das Paket installiert man indem man:

rpm -ivh paketname.rpm

eingibt. Dabei bedeutet:

i = install Das RPM-Paket soll installiert werden
v = verbose Systemmeldungen auf dem Bildschirm anzeigen
h = hash Überprüfung des Hashwertes der Datei

Dies ist das ganz normale Verfahren wie ein RPM-Paket unter der Kommandozeile installiert wird. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass man mehrere RPMs auf einen Schlag installieren kann. Dazu muss man lediglich alle zu installierenden RPMs in ein Verzeichnis kopieren und den Befehl:

rpm -ivh *.rpm

ausführen. Damit werden alle Dateien die irgendwas.rpm heißen installiert.

Der RPM-Befehl bietet noch mehr Möglichkeiten. Mit der Option –test kann überprüft werden ob die Installation klappt, dabei wird aber nichts installiert sondern nur getestet was bei einer Installation geschehen würde. Alle Möglichkeiten des RPM-Befehls hier aufzulisten wäre zu lang. Dies muss man dann in einem geeigneten Buch nachlesen. Eine Literaturliste findet man unter: Einsteigerbücher für Linux

2.2 DEB-Pakete

Die DEB-Pakete werden wie der Name schon vermuten lässt bei Debian verwendet. Natürlich kann man dieses Paketformat auch bei allen Distributionen verwenden die auf Debian basieren, wie z.B. Ubuntu. Zum Installieren benutzt man den Paketmanager Apt. Der Mechnismus der hinter Apt steckt ist wesentlich ausgeklügelter als bei RPM. Bei Apt werden alle bestehenden Abhängigkeiten eines Paketes automatisch aufgelöst. Das bedeutet, dass Apt die fehlenden Programme oder Librarys nicht wie RPM nur anzeigt sondern wenn vorhanden auch direkt installiert.

Dies soll zu Apt an dieser Stelle erst einmal genügen. Um Apt genauer zu erklären ist ein eigenes Tutorial notwendig, welches sicherlich in absehbarer Zeit auch geschrieben wird und dann ebenfalls hier veröffentlicht wird.

2.3 TAR-Archive

Häufig findet man im Netz aber gar keine Programmpakete sondern die Programme liegen in Form von TAR-Archiven, auch Tarballs genannt, vor. In den meisten Fällen enden diese Dateien auf tar.gz oder .tgz , dies bedeutet, dass diese Datei auch noch gepackt ist.

Um zum installieren im Terminal die nötigen Rootrechte zu bekommen, geht man genauso vor wie zuvor bei den RPM-Paketen. Danach gibt man zur Installation folgenden Befehl ein:

tar -xvzf dateiname.tar.gz

Dieser Befehl extrahiert zunächst das Archiv und entpackt gleichzeitigt die komprimierten Dateien. Dabei bedeuten die optionen folgendes:

x = extrahiere das vorhandene Archiv in eine Datei
v = verbose zeige die Systemmeldungen an
z = entpacke die mit gzip komprimierten Daten
f = file schreibe die Daten in ein Verzeichnis

Dabei ist es wichtig, dass die Option -f zuletzt genannt wird. Da danach der Name des Verzeichnisses folgt in das geschrieben wird. Defaultmäßig ist es so, dass das Verzeichnis wie das TAR-Archiv heißt ohne die Endung tar.gz.
Die Option -f ist sehr wichtig bei diesem Befehl. Der TAR-Befehl war ursprünglich zur Datensicherung gedacht. Er sollte Dateien als Archiv auf Magnetbänder schreiben. Die Magnetbänder sind bis heute die Defaulteinstellung beim TAR-Befehl. Dies bedeutet, wird -f nicht angegeben versucht TAR ein Tapelaufwerk als Device anzusprechen.

Immer häufiger findet man bei den TAR-Archiven auch die Endung dies bedeutet, dass hier die Dateien nicht mit gzip sondern mit bzip2 gepackt worden sind. Dann muss man anstatt der Option -z die Option -j verwenden.

Ist das TAR-Archiv entpackt findet man ein entsprechendes Verzeichnis in dem Ordner in dem auch der Tarball war vor. Wenn man nun in das neue Verzeichnis reinschaut findet man normalerweise eine Readmedatei, indem der weitere Installationvorgang beschrieben wird. Diesen Anweisungen sollte man unbedingt Folge leisten.

Dabei gibt es dann grundsätzlich erst einmal zwei Möglichkeiten. Die Readmedatei gibt ein Script an welches gestartet werden soll. Macht man das, läuft entweder ein komplettes Installationsscript ab, welches alles erledigt wie bei Enemy-Territory, oder es wird ein graphischer Installer gestartet wie bei Firefox.

Die andere Möglichkeit ist, dass das Programm im Quellcode vorliegt, dann muss das Ganze erst compiliert werden. Wie ein Programm compilert wird ist in dem Tutorial Programme selbst compilieren genau beschrieben.


Verfasser des Artikels: Schmiddi

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